Datenschutz Tipps aus Moabit, Grafik: lächelndes Smartphone, das sich von seinen Kabeln losreist und ins All entschwebt.
Grafik: Florian Biege für di.day

Seit Anfang des Jahres wächst eine Bewegung zusammen, die schon länger breit verstreut und in verschiedenen Formen existierte. Nun hat sie einen Namen – Digital Independence Day – DID (dt.: Digitaler Unabhängigkeitstag, DUT).

An jedem ersten Sonntag im Monat treffen sich Engagierte und teilen ihr Wissen darüber, wie wir alle unseren digitalen Alltag sicherer und vor allem weniger abhängig von den großen Techkonzernen gestalten können.

Inzwischen findet der DID auch an anderen Wochentagen statt. Kommende Termine findet ihr hier. Manchmal werden Termine kurzfristig eingetragen, viele davon sind vor Ort, einige finden online statt. Es lohnt sich, hier immer mal wieder nachzuschauen.

Der Kleindatenverein ist von Anfang an dabei und unterstützt den Digital Independence Day seit Februar 2026 unter anderem in Berlin-Moabit. In den hellen Nachbarschaftsräumen des Moabiter Ratschlags laden Engagierte von Digital-Zebra, kleindatenverein, dem Hackspace c-base, Topio e.V., Computertruhe e.V. und Anoxinon e.V. monatlich ein, um jedes Mal gemeinsam einen Schritt weiter zu gehen – zu einer fairen, sicheren und datensparsamen digitalen Welt.

Alle Menschen sind bei uns willkommen. Wer sich mit Passwortmanagern oder mit Werbeblockern auskennt, erklärt und zeigt den Anderen, die es ausprobieren möchten, passende Tools.

Wer sich von Microsoft oder Apple verabschieden möchte, kann beim Umstieg1 zum datenschutzfreundlichen und Ressourcen- sowie Geldbeutel-schonenden Betriebssystem Linux unterstützt werden. Wir tauschen uns über Messenger, Browser und einiges mehr aus. Es gibt eine schiere Unmenge an „Wechselrezepten“!

Bei unseren DIDs stellen wir zunächst die Kampagne bzw. Bewegung vor und sagen einige Worte zur Entstehungsgeschichte sowie zu den Inhalten. Dann gibt es drei konkrete Tipps, wie wir mehr Kontrolle über unsere personenbezogenen Daten gewinnen. Anschließend gehen wir auf Anliegen von unseren Gästen ein, bilden Thementische und führen individuelle Beratungen durch.

All dies passiert in lockerer Atmosphäre mit Kaffee, Tee, Wasser, Kuchen und Snacks. Willkommen!

Gern teilen wir unsere Tipps auch mit Menschen, die uns nicht (jedes Mal) vor Ort besuchen können. Im April ging es um folgende drei:

  1. Lösche oder deaktiviere nicht (mehr) benutzte Apps. So werden unnötige Datenströme unterbrochen, die sonst laufend stattfinden und Daten über dein Verhalten sammeln können.

  2. Beantrage eine kostenfreie Schufa-Datenauskunft auf schufa.de und prüfe, ob die Schufa zu viele Daten über dich speichert, die längst hätten gelöscht werden müssen, und ob alle Daten korrekt sind. Nicht korrekte Daten können nämlich zu Absagen bei Wohnungsanmietung, Kreditvergabe und Kontoeröffnung führen. Außerdem können vermerkte, aber nicht von dir ausgelöste Anfragen von Finanzinstituten ein Zeichen für einen Identitätsdiebstahl sein. Daher beantrage hier unbedingt einmal jährlich deine kostenfreie Datenauskunft nach Art. 15 DSGVO.

  3. Schau nach, was Google über dich in all den Jahren gesammelt hat, und entscheide, ob es auch weiter so gehen soll. Auf den Seiten myaccount.google.com und myactivity.google.com kannst du nach dem Einloggen detailliert sehen, was über dich „vorliegt“. Du kannst entscheiden, ob du die Daten löschst und ob das zukünftige Sammeln unterbunden werden soll.

Passend zu diesen drei Tipps und um etwas mehr zu erfahren, haben wir folgende Quellen für dich herausgesucht:

Du kannst gern das pdf mit den Tipps herunterladen und für deinen eigenen DID nutzen.

Der DID/DUT ist eine offene Einladung für Alle – ohne Anmeldung und kostenfrei –, um sich zu digitalen Themen zu informieren, auszutauschen und gemeinsam eine faire digitale Welt aufzubauen. Entscheidend sind das Interesse und der Wille. Und dann gilt es: Bei jedem DID einen Schritt weiter gehen.


  1. Wir haben über den Umstieg auf Linux letzten Herbst geschrieben. ↩︎